Iran ist in eine organisierte Stille eingetaucht, deren Ziel nicht nur die "sicherheitsmäßige Kontrolle" ist, sondern auch die Verbergung der Wahrheit. Der weitreichende Internetausfall, die Lahmlegung der Kommunikation, die beispiellose Schließung von Medien und die Einschüchterung von Journalisten und Zeugen bedeuten, dass die Beobachtung, Dokumentation und Verfolgung eines gewaltigen und historischen Verbrechens verhindert wird.
Iran International hat in den letzten Tagen versucht, mit professioneller Überprüfung, die Dimensionen der schweren Repression und des grausamen Massakers an den Menschen während der jüngsten Proteste zu bewerten, basierend auf verstreuten und erschütternden Berichten. In einem Land, in dem die Regierung absichtlich den Zugang zu Informationen einschränkt, ist es schwierig, zu einer genauen Bewertung zu gelangen. Eine voreilige Bekanntgabe der Opferzahlen kann zu einer Verzerrung der Realität und der Dimensionen dieser großen Tragödie führen.
Seit Sonntag hat das Volumen der Beweise und die Überlappung der Erzählungen ein Niveau erreicht, das ein relativ klares Bild der Situation liefert. Die Redaktion von Iran International hat in den letzten zwei Tagen die Informationen aus verschiedenen Quellen, einschließlich des Nationalen Sicherheitsrates, des Präsidialamtes, von Augenzeugenberichten und den Familien der Getöteten, sorgfältig geprüft.
Die Ergebnisse dieser Überprüfungen zeigen, dass:
- In dem größten Massaker der modernen Geschichte Irans, hauptsächlich in zwei aufeinanderfolgenden Nächten, dem 18. und 19. Dezember, mindestens 12.000 Menschen getötet wurden.
- Dieses Massaker ist in Bezug auf geografische Ausdehnung, Gewaltintensität und Anzahl der Opfer in einem kurzen Zeitraum in der Geschichte Irans beispiellos.
- Laut den erhaltenen Informationen wurden diese Bürger hauptsächlich durch die Revolutionsgarden und die Basij getötet.
- Dieses Massaker war vollständig organisiert und nicht das Ergebnis von "verstreuten Auseinandersetzungen" und "ohne Plan".
- Die erhaltenen Informationen zeigen, dass dieses Massaker auf Anweisung von Ali Khamenei und mit Zustimmung der Führer der drei Gewalten und der Anordnung zum direkten Schuss durch den Nationalen Sicherheitsrat durchgeführt wurde. Viele der Getöteten waren unter 30 Jahre alt.
Die erste Schätzung der Sicherheitsbehörden der Islamischen Republik zeigt, dass mindestens 12.000 Menschen bei diesem landesweiten Massaker getötet wurden. Unter den Bedingungen der Kommunikationsblockade und des fehlenden direkten Zugangs zu Informationen ist die Erreichung einer endgültigen Zahl eine Frage der genaueren Dokumentation. Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass die Sicherheitsbehörden stets davon abgesehen haben, genaue Zahlen der Opfer zu registrieren und bekannt zu geben.

